Das richtige Rentenalter ist nicht nur eine Frage des Geldes. Viele Faktoren bestimmen, wie lange jemand arbeiten muss oder kann. Klar ist aber auch, dass die finanziellen Notwendigkeiten eine untere Grenze setzen. Je mehr laufende Kosten noch abgesichert werden müssen, desto weniger Einbußen nimmt man in Kauf. Viele Frührentner hätten es sich hinterher lieber zweimal überlegt, weil die Abschläge zu groß waren, um danach noch große Sprünge zu wagen. Denn wer einmal in Rente ist, wird nur mit erheblichen Nachteilen eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit nutzen können.

 

Vor allem das Abbezahlen von Häusern sorgt bei vielen dafür, lieber noch ein paar Jahre dranzuhängen. Dabei geht es oft nicht mal um das Volumen des zu tilgenden Kredites, sondern um den Zeitpunkt des Kaufs. Wer mit Ende 30 erst auf die Idee eines Eigenheims kommt, muss wirklich gut verdienen, um später noch genügend von seiner Freizeit genießen zu können. Und wer vor dem Schiebevorhang der Rentenberatungsstelle sitzt, sollte vorher eine Aufstellung aller laufenden Kosten gemacht haben, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Auch kommende Investitionen, welche unbedingt getätigt werden müssen (Sanierungen etc.), dürfen da nicht fehlen.

 

Erst wenn dann klar ist, bis wann mindestens gearbeitet werden muss, kann man überlegen, wie viel Geld zum Leben eigentlich noch gebraucht wird. Wer sich nichts Schöneres vorstellen kann, als seine freie Zeit im Schrebergarten zu verbringen, braucht weniger Mittel als in einem Golfclub unter der Markise. Auch Reisen sind ein ernstzunehmender Posten. Entsprechende Rechnungen sollten zu dem Ergebnis führen, die Gestaltung der Zeit nach der Arbeit kalkulierbar zu machen. Die Wahl des richtigen Rentenalters ist die letzte große Entscheidung, die Auswirkungen für den Rest des Lebens hat.